Immobilienstudie der Credit Suisse: Bauboom in der Region nur „moderat“
Dienstag, 20. März 2007
in Wirtschaft

Fredy Hasenmaile
Region ist dieser nur in „moderater“ Form vorhanden. Dies zeigt die Immobilien-
studie 2007 der Credit Suisse.
Welche Tendenzen zeigen sich auf dem Schweizer Immobilien-
markt und welche Entwicklungen sind in nächster Zukunft zu erwarten? Mit diesen Fragen setzten sich Ökonomen der Credit Suisse (CS) in ihrer diesjährigen Immobilienstudie auseinander. Vor wenigen Tagen luden die CS-Filialen Grenchen, Biel und Solothurn zu einem Fachreferat mit Fredy Hasenmaile, Leiter Immobilienanalyse bei der Credit Suisse und Mitverantwortlicher der Studie, ein. Er berichtete über die Studienergebnisse betreffend der ganzen Schweiz und fokussierte dabei im Speziellen auch die Region Jurasüdfuss. So fanden einige interessierte Fachleute aus der Region den Weg ins Grenchner Parktheater.
Vergleich mit 80er-Jahren
Auf dem Schweizer Wohnungsmarkt sei eine „sanfte Landung“ zu erwarten. Zu diesem Schluss kommen die Ökonomen der CS in ihrer Studie. 44’000 neue Einheiten würden im 2007 auf den Markt gelangen, erklärt Fredy Hasenmaile. Die CS-Ökonomen sprechen von einem Wohnbauboom wie zuletzt in den 80er-Jahren. Obwohl die Leerstände ansteigen würden, falle damit die Wohnungs-
produktion nochmals höher aus als im Vorjahr. Die dadurch entstehende Gefahr einer Überproduktion sei zwar noch nicht ganz gebannt. Laut den Ökonomen der CS hat sie sich jedoch vorerst entschärft. Der Grund: Die Zahl der Baugesuche ist seit vergangenem Herbst rückläufig. „Dies wird sich jedoch erst 2008 bemerkbar machen“, so Hasenmaile. Er geht davon aus, dass dann die Anzahl Leerwohnungen nicht weiter ansteigen wird.
Regionale Unterschiede
Der gegenwärtige Bauboom sei nicht in allen Schweizer Regionen in gleicher Ausprägung zu beobachten, sondern es seien starke regionale Unterschiede auszumachen, berichtet Hasenmaile. Während dieser Boom etwa in den Regionen Zürich und Genf stark ausgeprägt sei, spricht Hasenmaile bezüglich der Wirtschafts-
region Grenchen/Biel/Solothurn lediglich von einer „moderaten“ Tendenz in diese Richtung.
Viele Wohnungen leer
Die Leerwohnungsziffer in der Jurasüdfuss-Region sei für schweizerische Verhältnisse überdurchschnittlich hoch. Hasenmaile sieht dies zum einen als Folge der 90er-Jahre, in denen sehr viel gebaut wurde. Andererseits geht er von einem Bodensatz von Wohnungen aus, die wenig marktfähig sind.
Einfamilienhäuser in Region begehrt
In unserem Land sei eine ausgeprägte Tendenz zum Kauf von Stockwerkeigentum zu beobachten, erklärt Hasenmaile. In der Region Jurasüdfuss sei dies jedoch nicht sehr ausgeprägt. „Hier sind Einfamilienhäuser begehrt“, meint Hasenmaile. Dies betreffe vor allem die Bielerseeregion.
Büro- und Verkaufsflächen
Bezüglich Büroimmobilien hat sich gemäss den CS-Ökonomen die Marktsituation 2006 stark verbessert. „Der Büroflächenmarkt ist an die Beschäftigtenzahlen in den Bürobranchen gebunden“, erläutert Hasenmaile. Die anhaltend solide Konjunktur hatte einen Beschäftigungsanstieg in diesen Branchen zur Folge. Auch 2007 wird eine Verbesserung der Lage auf dem Büroimmobilienmarkt erwartet. Bezüglich Verkaufsflächen im Detailhandel jedoch rechnet Hasenmaile damit, dass nur gute Standorte in nächster Zukunft profitieren werden. „Die anderen werden eher Mühe haben.“



