Zivilschutz: Vom Bodycheck bis zur richtigen Alarmierung
Donnerstag, 21. Juni 2007
in Verschiedenes
(mgt) Die Betreuungseinheiten der Regionalen Zivilschutzorganisation Grenchen (RZSO) leisten auch dieses Jahr ihren Dienst in den Alters- und Pflegeheimen Kastels und am Weinberg.
Zum Einsatz gehört, dass die Beteiligten einen Einführungstag erleben, der durch die Mitarbeiter des Ambulanz- und Rettungsdienstes Grenchen (ARD) bestritten wird. Reinhard Grichtin unterweist die Dienstleistenden in einem theoretischen, während Stefan Müller den praktischen Teil unterrichtet.
Die Regionale Zivilschutzorganisation Grenchen legt grossen Wert darauf, dass ihre Leute regelmässig geschult werden. Dies gilt besonders vor einem grossen Einsatz, wie der Betreuungswoche in den Alters- und Pflegeheimen Kastels und Am Weinberg. Zusammen mit den Mitarbeitenden des Ambulanz- und Rettungsdienstes Grenchen erfolgte eine eintägige Ausbildung. Die Ausbildung teilte sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil.
Die Kursteilnehmenden erfuhren so alles über den Bodycheck, der beim Antreffen einer vermutlich verletzten Person anzuwenden ist. Stefan Müller zeigte den Zivilschützern, wie eine Person vom Kopf bis hin zu den Füssen untersucht werden muss. Es gilt dabei festzustellen, ob Brüche oder innere Verletzungen vorhanden sind. Brüche, insbesondere Schenkelhalsfrakturen, sind für die Betroffenen sehr schmerzhaft und können wegen des hohen Blutverlustes lebensbedrohlich sein. Das Vorgehen beim Bodycheck übten die Dienstleistenden gegenseitig an sich selbst. Wichtig war dabei das richtige Abtasten und die Erfahrung, wie sich der „Patient“ bei dieser Tätigkeit fühlt. Beim Abtasten wird zuerst der Kopf auf Verletzungen und Brüche untersucht, anschliessend die Arme. Danach folgt der Bauch, um festzustellen, ob innere Verletzungen vorliegen. Zum Schluss werden die Beine auf Brüche oder andere Verletzungen geprüft. Zum richtigen Umgang mit Verletzten gehört auch das Training, die Bewusstlosen in die richtige Lage zu betten.
Der theoretische Teil
Im theoretischen Teil unterrichtete Reinhard Grichtin die Zivilschützer in der Alarmierung der Rettungskräfte. Bei der Alarmierung ist es sehr wichtig, dass die Ereignisse möglichst genau beschrieben werden. In knappen, aber präzisen Worten soll der Zustand der angetroffenen Person dargestellt werden. Die Dienstleistenden der RZSO Grenchen erfuhren auch, wie sie vorzugehen haben, wenn sie eine Person in einem medizinisch schlechten Zustand antreffen. Ein Problem bei grossen Veranstaltungen ist der Alkohol. Wenn eine alkoholisierte Person zusammenbricht und draussen am Boden liegt bleibt, kann es in den kühlen Nächten in unseren Breitengraden leicht zu Unterkühlung kommen. Weiter besteht die Gefahr, dass die bewusstlose Person sich erbricht und am Erbrochenen erstickt. Deshalb sollte alkoholisierte Personen nicht alleine gelassen werden.
Bei der Rettung von verletzten Personen muss darauf geachtet werden, dass sich die Retter selber schützt. Wichtig ist dabei, dass man nicht mit Blut oder Erbrochenem in Kontakt kommt. Deshalb raten die Ausbildner den Zivilschützern, immer Handschuhe zu tragen. Dieser Schutz sollte stets in der Autoapotheke mitgeführt werden.
Die Dienstleistenden sind mit dem Angebot sehr zufrieden, da sich das angeeignete Wissen nicht nur im Zivilschutzeinsatz, sondern auch privat anwenden lässt. Remo Schneider, Kommandant der RZSO Grenchen, beurteilt die Zusammenarbeit mit dem Ambulanz- und Rettungsdienst Grenchen sehr positiv. Die gewonnenen Kontakte sind auch im Fall eine Katastrophe sehr hilfreich, da alle Beteiligte wissen, wer über welche Kompetenzen verfügt.



