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KOLUMNE: Neulich auf der Post…

Freitag, 24. Juni 2005 in Kolumnen
(Parzival Meister) Fünf Uhr abends, vor dem Postschalter ist „Schlange stehen“ angesagt. Aber ja, diese Rechnungen muss ich irgendwann bezahlen. Es sind drei Stück. Handgelenk mal Pi werde ich gleich um 270 Franken ärmer sein.
Zäg, zäg, zäg! Die Schalterfrau stempelt die Einzahlungsscheine und lässt sie durch die Maschine sausen. Sie blickt auf den Bildschirm, blickt zu mir und fragt: „Wiä vil machts?“ Wie viel es macht? Bekomme ich Geld von ihr oder sie Geld von mir! Nochmals: „Wiä vil machts?“ Ich antworte, dass ich es nicht wisse und sie mir dies sagen sollte. Sie gibt nicht locker. Also, etwa 270 Franken. „267.50“, korrigiert mich die Postbeamtin. Wollte sie mich eben testen? „Nein“, klärt sie mich auf, „das ist zu Ihrer Sicherheit. Ich hätte Sie jetzt masslos betrügen können! Ausserdem können auch die Maschinen Fehler machen.“

Ich weiss, ich weiss, dieser Rechentest ist auf der Post ganz normal. Dies erklärte mir jedenfalls jeder, dem ich meine, wie ich dachte, lustige Geschichte erzählt habe. Aber ich habe meine Rechnungen bisher über die Bank erledigt. Doch seit die, für jeden Sch…. eine sch….gebühr verlangen! Sorry, anderes Thema.

Zusammengefasst: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

An diese Worte werde ich mich von nun an halten. Verdammt, ich wollte ja noch einkaufen gehen. Wie meistere ich diese Situation? Also, bestimmt kaufe ich mehr als drei Artikel. Vergessen wir Kopfrechnen, der Taschenrechner muss her. Aber die Kassiererin muss nur den Strichcode einlesen. Ich werde ihr jeden Einkaufsstück erst geben, wenn ich den Preis eingedöggelt habe. Dann werde ich ihr sicher schneller sagen können „wiä vil es macht“.

So steh ich also an der Kasse. Artikel für Artikel tippe ich in den Taschenrechner und leg ihn dann aufs Band. Der Blick der Kassiererin ist nicht definierbar. Mist, da sind noch 20 % Rabatt drauf. Scheiss Kopfrechnen! „Mach mou du Spinner“, tönt es aus der Schlange hinter mir. Alles Unwissende. Ich rufe zurück, dass sie mich hier ja „bschissä“ könnte. Nun ist der Blick definierbar; zum Glück kann er nicht töten. Nein, nein, versuche ich sie zu beruhigen, schliesslich könne ja auch ihre Kasse Fehler machen. Zum Schluss vergleiche ich die Preise. Sie sind nicht gleich. Ich studiere den Kassenzettel. Ich merke, dass es mein Fehler war. Der Taschenrechner zersplittert irgendwie in tausend Stücke!

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist bla bla bla! Ich bleibe bei meiner Handgelenk mal Pi Methode!

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