Verein Pro Spital Grenchen will für Privatklinik kämpfen
Freitag, 20. Juli 2007
in Politik
Flucht nach vorne. Unser Bild zeigt die Fluchttreppe des Grenchner Spitals.
Der Verein Pro Spital Grenchen fühlt sich von der Solothurner Spitäler AG hintergangen und missbraucht. Dies gaben die Verantwortlichen des Vereins an einer Medienorientierung bekannt. Und sie stellten auch gleich ihre Vorstellungen einer Lösung vor.
Gemäss Verein Pro Spital Grenchen sollen dabei zwei Punkte im Vordergrund stehen. Zum einen soll die Notfallpforte in Grenchen bestehen bleiben, zum andern soll sich das Spital – möglicherweise auf privater Basis – auf einige wenige Bereiche spezialisieren. Die Initianten dieser Idee denken dabei an eine Zusammenarbeit oder eine Übernahme durch bereits bestehende Privatkliniken, oder an ein Engagement der in der Region tätigen Medizinalfirmen.
Gemäss Marcel Thièche, Arzt in Grenchen und Mitglied des Vereins Pro Spital Grenchen, könnte sich das Grenchner Spital in Zukunft auf die Bereiche Orthopädie, Urologie oder Gynäkologie spezialisieren. Auch eine Zusammenarbeit mit der Solothurner Spitäler AG – ein Nebeneinander von öffentlichem Spital und privater Klinik – sei nach Angaben der Initianten möglich, in dem eine private Klinik, als auch das medizinische Alterszentrum der Solothurner Spitäler AG nebeneinander in Grenchen existieren könnten.
Damit stehen die Verantwortliche des Vereins Pro Spital Grenchen im Gegensatz zu der Solothurner Spitäler AG. Diese will bis zum Jahr 2020 das Spital Grenchen in ein medizinisches Alterszentrum umwandeln. Die Notfallpforte, die bereits heute nachts und an den Wochenenden geschlossen ist, soll bereits per 1. Oktober ganz aufgehoben werden.
Und wie stehen die Chancen für eine solche Lösung? Heinz Müller, Co-Präsident des Vereins Pro Spital Grenchen geht davon aus, dass die dringliche Motion von allen Fraktionen des Grenchner Gemeinderates unterstützt und getragen werde. Damit soll ein politischer Druck aufgebaut werden, damit die beschlossenen Massnahmen der Solothurner Spitäler AG mindestens vorläufig wieder rückgängig gemacht würden. Heinz Müller bleibt aber realistisch. Man habe den Eindruck, dass das Spital Grenchen dem Kanton eine Last sei, gibt er zu Protokoll, und auch das Vertrauen in die Solothurner Spitäler AG habe in letzter Zeit sehr gelitten.
Tatsache ist, der Verein Pro Spital Grenchen will seine Anliegen nicht kampflos aufgeben. Mit der dringlichen Motion, welche am 22. August im Grenchner Gemeinderat behandelt wird, hat der Verein gezeigt, dass man bereit ist, sich weiter für die Anliegen zu engagieren. Oder wie es Marcel Thièche sagte: Man wolle nach Solothurn signalisieren, dass aus Grenchen ein „rauher Westwind“ wehen könne.



