Kernkompetenzen schaffen - ICT-Entwicklungskonzept für die Schulen des Kantons Solothurn

Sonntag, 24. Februar 2008 in Kanton Solothurn
Die Kompetenzen am Computer sollen in den Solothurner Schulen gefördert werden. (Foto: Paul-Georg Meister)

(mgt) - Der Kanton Solothurn nimmt das Jahr der Informatik (Informatica08) zum Anlass, mit einem erstmaligen ICT-Entwicklungskonzept die Schulen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) weiterzubringen und die Schüler an Kernkompetenzen für den Wirtschafts- und Forschungsraum des Kantons heranzuführen. Das laufende Jahr der Informatik fordert die Stärkung des Informatikstandortes Schweiz. Informatik gilt als Schlüsseltechnologie für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Schweiz.


Die Digitalisierung wirkt sich zunehmend auf den Arbeits- und Freizeitbereich aus. Digitale Helfer erleichtern das Leben und unterstützen uns bei der täglichen Arbeit. Der Kanton Solothurn leistet mit der Einführung des stufenübergreifenden ICT-Entwicklungskonzepts einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Nutzung von ICT an den Schulen. Im Zentrum steht die Medienbildung, der korrekte Umgang und Einsatz von ICT an Volks-, Berufs- und Mittelschulen. Das für den Kanton neuartige Konzept bildet somit eine wichtige Grundlage zur Förderung des Medien- und Technologieverständ-nisses unserer Kinder und Jugendlichen.

Das stufenübergreifende ICT-Entwicklungskonzept wird vor allem der Forderung nach Vermittlung von stufengerechtem ICT-Grundwissen während der obligatorischen Schulzeit gerecht. Obwohl allgegenwärtig, ist die Verfügbarkeit von ICT in Familien und Schulen sehr unterschiedlich. Das Entwicklungskonzept beschreibt Ziele, die Kinder in einer Informationsgesell-schaft unabhängig der Herkunft erreichen sollen. Dies erhöht die Chancengerechtigkeit.

Während der mehrjährigen Entwicklungszeit wurden auf breiter Basis Lehr-personen, Schulleitungen und Schulbehörden miteinbezogen. Entstanden ist ein pragmatisches Werk, welches die Eigenheiten der einzelnen Schul-gemeinden, Schulstufen und Fachgebiete berücksichtigt.

Das Konzept setzt ab der dritten Klasse ein. Auf den obligatorischen ICT-Einsatz im Kindergarten und den 1. und 2. Schulklassen wird verzichtet. Hier standen nicht etwa finanzielle Überlegungen im Vordergrund, sondern das Fehlen plausibler pädagogischer Szenarien mit Nutzeneffekten für die Schüler, die den vorhandenen „analogen“ Schulinstrumenten überlegen wären.

Die erfolgreiche Vermittlung von ICT-Kompetenzen benötigt mehr Zeit als der bisherige Unterrichtsbereich Medienerziehung/Informatik. Deshalb ist für den Mehraufwand 2 Mio. Franken vorgesehen.

Das ICT-Entwicklungskonzept dient nun allen Schulstufen ab dem neuen Schuljahr 2008/2009 als Kompass für ihre weiteren ICT-Schritte.


Kommentare
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Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit der Medienerziehung an den Schulen, wird vergessen, dass die einseitige Schulung analytisch-technologisches Denkens, zu Lasten der Ausbildung "nicht-virtueller" Fähigkeiten geht.

Berichte über eine Verrohung der Gesellschaft, zunehmender Defizite an Lebenskompetenz der Heranwachenden wären Alarmzeichen genug, damit hier ein Umdenken einsetzen würde.

Unbestritten verdanken wir dem technologischen Fortschritt eine Verbesserung des Lebensstandarts und der Umgang, die Nutzung, Anwendung etc. der neuen Medien muss vermittelt werden.

Sprachkompetenz, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit sind aber genauso wichtige Schlüsselkompetenzen des modernen Lebens, die erlernt werden müssen. Durch die zunehmende Monadisierung der Gesellschaft sind gerade bei Männern Defizte in " praktischer Lebenskompetenz" entstanden. Grundlagen in Ernährungslehre und praktischem Kochen, ökologischem Haushalten, Bewegung und Sport müssten in den Lehrplänen prominenter vertreten sein. Dies senkte langfristig die Gesundheitskosten für die Gesellschaft,und der einzelne gewinnt an Eigenkompetenz.
#1 Hanspeter Vögtli am 20.03.2008 10:45 (Antwort)

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