Zivilschutz betreibt Entwicklungshilfe – Material für Aufbau von drei Operationssälen im Kongo
Sonntag, 9. März 2008
in Grenchen
Verena Hänggi von Heilsarmee und Markus Böhi von der RZSO Grenchen bei der Materialauswahl. (Bild: zvg)
(Lukas Walter) - Die Regionale Zivilschutzorganisation Grenchen schickt drei Operationssäle in den Kongo und hilft so mit, ein funktionierendes Gesundheitswesen aufzubauen. Das Material stammt aus Sanitätshilfsstellen, die nach dem Konzept aus den 50er Jahren in einem Kriegsfall zum Einsatz gekommen wären.
Die Regionale Zivilschutzorganisation Grenchen (RZSO) trug die Verantwortung für zwei Sänitätshilfsstellen in ihrem Gebiet. In einem Kriegsfall, so das Konzept aus den 50er Jahren, hätten in diesen Anlagen Ärzte und Pflegepersonal hier ihren Dienst verrichtet und verwundetet Personen operiert und gepflegt.
Mit der Neuausrichtung des Zivilschutzes und den Möglichkeiten der aktuellen Krankenhäuser entsprachen die drei Operationssäle im Halden und Einschlag nicht mehr den heutigen Bedürfnissen. Die beiden Santitätshilfsstellen wurden vom Bund aus der Sanitätsdienstlichen Dispositiv entlassen. Das Material in den Anlagen sollte der Entsorgung zugeführt werden.
Eher zufällig erfuhr der Leiter Anlagen, Material und Transportdienst der RZSO, dass die Stiftung Heilsarmee, Hauptquartier, OE Mission & Entwicklung in Bern das fast neuwertige Material gebrauchen könnte. Nach einer Besichtigung vor Ort, stellten die Verantwortlichen in einer minuziös angelegten Operation das benötigte Material zusammen. In einem grossen Schiffscontainer wurde das gesamte Inventar von drei Operationssälen sowie weiteren Gegenstände wie Wolldecken, Verbandsmaterial, Waschmaschine, etc. verpackt und nach Kinshasa im Kongo verschifft.
Dabei achteten die Verantwortlichen darauf, dass auch wirklich nur Material verladen wurde, dass auch zum Einsatz gelangen kann. Die Schenkung erfolgte in Absprache mit den zuständigen Bundesstellen. Die RZSO Grenchen ist froh, so Markus Böhi Leiter Anlagen, Material und Transportdienst, dass mit dieser Schenkung das fast neuwertige Material einer sinnvollen Aufgabe zugeführt werden konnte. Das Material, welches die Heilsarmee nicht gebrauchen konnte, wurde gemäss Auflagen des Bundes entsorgt.



