Ungeschminkte Zahlen und Fakten am Energie-Talk des IHVG und der SWG an der mia

Donnerstag, 22. Mai 2008 in mia 2008
(Foto: Paul-Georg Meister)

(Paul-Georg Meister) - Traditionsgemäss luden der Industrie- und Handelsverband Grenchen IHVG und die Städtischen Werke Grenchen SWG anlässlich der Mittelländer Ausstellung mia zum „Energie-Talk“ ein. Im Zentrum des Abend standen Energiefragen: Zum einen Organisation und Auswirkungen der Strommarktliberalisierung und zum andern die künftige globale, europäische und regionale Energieversorgung.

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Alles über die mia im www.grenchen.net

Homepage der mia

Die Sonderausstellung der 20. Mia steht unter dem Titel „Energiewelten“ und zeigt zum ersten Mal in der Schweiz den Weg der Energie in einer einzigen Ausstellung. Unter dem Thema Energie stand deshalb auch der Anlass des IHVG und der SWG in der Event-Halle auf dem mia Messegelände. Mit Andreas Hirt, Chef Energieservice Biel und Eduard Schumacher, ehemaliger Chef der Industriellen Werke Basel konnten zwei kompetente Redner verpflichtet werden, die es verstanden, die komplexe Materie einfach und anschaulich darzustellen.

Organisation und Auswirkungen der Strommarktliberalisierung standen im Zentrum des Vortrages von Andreas Hirt. Dabei stellte Hirt gleich zu Beginn klar, dass zwar der Markt für Grossabnehmer liberalisiert werde, bei den Leitungen das heutige Monopol aber bestehen bleibe. Als wichtigen Schritt bezeichnete Hirt auch den Umstand, dass mit der Liberalisierung die bisherigen sieben Regelzonen neu in einer einzigen, für die gesamte Schweiz, zusammengefasst wird.

Für die Kunden, so betonte Hirt, sei es wichtig, dass sie wissen „einmal frei – immer frei“. Das heisst, wer bei seinem alten Lieferanten bleibt, wird weiterhin Energiekosten berappen müssen, die sich an den Gestehungskosten einer effizienten Produktion und an langfristigen Bezugsverträgen orientieren. Wenn der Kunde seinen Lieferanten wechselt, wird er den üblichen Marktpreis bezahlen müssen. Zudem ist sein ehemaliger Lieferant nicht verpflichtet, ihn wieder mit Energie zu beliefern, vor allem nicht zu den alten Tarifen.

Einen Ausblick in die Entwicklung der Energie in Zukunft zeigte schliesslich Eduard Schumacher auf. Dabei betonte er immer wieder, dass gerade in Zukunft die Energieversorgung weltweit eines der grössten Probleme darstellen werde. Schumacher reif deshalb zu einem massvollen Umgang mit Energie auf. Es sei richtig, so Schumacher, die neu erneuerbaren Energien (z.B. Wind- und Wasserkraft) zu fördern, damit könne aber der Energiebedarf der Zukunft in keiner Art und Weise gedeckt werden.

Interessant waren auch die Ausführungen Schumachers in Bezug auf die fossilen Brennstoffe. So werde Erdöl in der nächsten 20 bis 30 Jahren noch immer eine zentrale Rolle in der globalen Energieversorgung spielen, sagte er, und auch Kohle als weiteren fossilen Brennstoff werde vor allem in der Stromgewinnung auch weiterhin eine führende Rolle einnehmen. Es sei deshalb unrealistisch, zu glauben, dass man ohne Kernkraft und ohne Kohle- und Gaskraftwerke den Energiebedarf der Zukunft decken könne. Anhand einer Folie zeigte Schumacher auf, dass ohne Ausbau bereits im Jahr 2020 rund die Hälfte der benötigten Energie fehlen würde.

Genutzt wurde auch die anschliessende Fragerunde. Dabei drehte sich das Interesse vor allem um die Preisentwicklung. Für Andreas Hirt ist klar, auch in einem liberalisierten Markt wird der Strom nicht billiger, im Gegenteil, es sei in den kommenden Jahren sogar mit einer markanten Teuerung zu rechnen.

Auch in der Frage, wie denn der künftige „Energiehunger“ der Welt zu decken sei, waren sich die Referenten einig: Dies sei nur möglich, wenn es gelinge, das bisherige jährliche Wachstum abzudämpfen, beispielsweise durch Sparmassnahmen, gleichzeitig aber auch dadurch, dass alles unternommen werde, um mit neuen Kraftwerken und neuen Technologien für einen gesunden Ausbau der Produktion zu sorgen.

Kommentare
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Wer die Auswirkungen der Strommarktliberalisierung in Deutschland beobachtet, wird sich kaum freuen, dass diese unnötige Uebung auch hierzulande durchgezogen wird.

Auch der Volkswille, der einer Vorlage zur Strommarktliberalisierung die Zustimmung verweigerte, wird fortgesetzt missachtet.

Logisch, dass die Atomlobby keine Gelegenheit auslässt, die Leute in ihrem Sinn zu manipulieren.
#1 Hanspeter Vögtli am 22.05.2008 08:53 (Antwort)

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