Ausbildung der Verkehrshelfer – Zivilschutz will für Grossanlässe gerüstet sein
Mittwoch, 4. Juni 2008
in Grenchen
Zivilschutzdienstleister Jean-Claude Mutti im Einsatz auf der Löwenkreuzung. (Foto: zvg)
(Kevin Brutschin) - Regelmässig im Frühjahr findenden Kurs für Verkehrshelfer der Regionalen Zivilschutzorganisation Grenchen (RZSO) statt. Mit dieser Ausbildung werden die Dienstleistenden befähigt, den Verkehr zu regeln. Nach diesem Anlass kann der ausgebildeten Zivilschutz-Verkehrshelfer bei Chürbis- oder Fasnacht (bzw. bei Gross- oder natürlich auch Notanlässen) jeweils kompetent aushelfen.
Schwerpunkt des Kurses liegt in der Regel in der Vertiefung der Routine: Vorhandenes Wissen muss blitzschnell abgerufen werden können. Einfachen fünf Grundhandzeichen müssen die Verkehrshelfer immer wieder eingeübt, um sie situationsgerecht eingesetzt zu können. Mit den Übungen soll eine gewisse Sicherheit gewonnen werden.
Für die Schulung zeichneten sich dieses Mal Andreas Bauer und Roland Urbanvik von der Stadtpolizei Grenchen verantwortlich. Sie führten die Teilnehmenden professionell durch den Tag und waren stets geduldig und gaben hilfreich Auskunft. Die Betreuung war ausgezeichnet, so die einstimmige Beurteilung der Teilnehmenden. Es zeigt sich auch, dass die zunehmend vernetztere Zusammenarbeit zwischen Zivilschutz und Polizei erste Früchte trägt. Dazu trägt sicher auch der Grillplausch bei, welcher die Stadtpolizei am Abend organisierte.
Der Ablauf des Kurses war in diesem Sinne auch logisch und klar aufgebaut. Es begann mit der Repetition der Handzeichen und der Erläuterungen der wichtigsten Neuerungen im Strassenverkehrsgesetz. Danach stand ein einfaches Training auf spärlich befahrener Kreuzung auf dem Programm, um den dann den Tag mit der eigentlichen Prüfsituation, das Regel des Verkehrsflusses auf einer stark befahrenen Kreuzung. Zwischen den Einsätzen immer wieder kurze Pausen. Diese Pausen waren wirklich auch nötig, damit die Verkehrshelfer des Zivilschutzes kurz entspannen und erholen konnten, denn die Verkehrsführung verlangt einem alles ab. Allerhöchste Konzentration und Übersicht ist gefordert, wenn einem von allen vier Seiten Fahrzeuge entgegenkommen: Da gibt es z.B. Fahrer, welche die Handzeichen nicht auf Anhieb verstehen oder Velofahrerinnen, die ihre Hand beim Abbiegen nicht raushalten. Dazwischen immer wieder Fussgänger, die auf Ihr Recht pochen, endlich die Strasse überqueren zu dürfen.
Und schliesslich sind hier noch die eigenen Hände, welche in diesem Chaos und trotz der müden Arme stets langsam zu bewegen und so zu koordinieren sind, dass möglichst klare Signale abgegeben werden. Dabei ist wichtig immer die Ruhe zu bewahrt. Von der Redewendung „In der Ruhe liegt die Kraft“ konnte sich ein Aussenstehender bei diesem Einsatz wahrlich selbst überzeugen.
Wahrscheinlich merkt man erst, wie schwierig Verkehrsführung ist, wenn man selbst mal auf einer viel befahrenen Kreuzung gestanden ist und den Verkehr regeln musste, von der Verantwortung, die auf einem lastet, schon gar nicht zu sprechen. Eine regelrechte "Kunst", im wahrsten Sinne des Wortes.
Wenn man an diesem Tag die Verkehrshelfer auf der Löwenkreuzung den Verkehr meist gekonnt regeln sah, bekam man den Eindruck, dass der Zivilschutz durchaus auch etwas von seinen Mitgliedern fordert, so aber auch seinem Sinn und Zweck, eben dem Schutz der Zivilbevölkerung, gerecht werden kann. Umso mehr schätzt man dann natürlich auch die Leistung des Zivilschützers an sich, und irgendwie fühlt man sich tatsächlich ein kleines Stück sicherer. Und wer weiss, vielleicht ist auch ein wenig Dankbarkeit da.



